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Wie geht gutes Training?

Neben Spaß am Reitunterricht, soll der Unterricht auch vor allem dem Pferd guttun und Pferd und Reiter gemeinsam weiter entwickeln.

Zwei wesentliche Eigenschaften: Einfühlungsvermögen und Präsenz

Jedes Individuum ist anders, das gilt für jedes Pferd und jeden Reiter. Der Reitlehrer muss genügend Einfühlungsvermögen besitzen, zu erkennen auf welchem technischen Stand und in welchem emotionalen Zustand sich Pferd und Reiter befinden.

Guter Unterricht besteht aus einer Trainingsstunde die auf den Reiter jeweils individuell und persönlich zugeschnitten ist.

Flexibilität darf dabei nicht zu kurz kommen

Im Training kann es immer wieder zu anderen Problemen kommen. Der Reitlehrer sollte dann einen alternativen Weg zum Ziel einschlagen und nicht beharrlich an das festklammern, was er sich vor der Reitstunde vorgenommen hat.

Probleme zu erkennen ist ebenso wichtig, egal ob sie geistiger, seelischer oder körperlicher Natur sind.

Erkennt der Reitlehrer sehr schnell was die Problematik ist, zeugt das von viel Einfühlungsvermögen.

Ein guter Reitlehrer fordert seine Reitschüler und lässt sie definitiv schwitzen, jedoch ohne es zu übertreiben. Er muss wissen, wo der Wissenstand ist und baut ihn aus ohne zu überfordern und damit zu entmutigen.

Diskutiere nicht mit mir“ – ist kein guter Ansatz

Ebenso lässt er Nachfragen zu. Er erklärt die Dinge auch sicher zwei oder dreimal wenn sie nicht verstanden werden. Sätze wie “diskutiere nicht mit mir” gibt es bei einem guten Reitlehrer nicht.

Der wichtigste Punkt ist das Pferd 

Zuletzt ein Punkt der oft zu kurz kommt, nämlich das Pferd. Ein guter Reitlehrer sagt welcher Trainingsplan für das Pferd wichtig ist und erklärt auch warum.

Auch hier ist Flexibilität gefordert. Das Festhalten an Plänen, die nicht funktionieren bringt nichts. Es geht nicht darum, wer Recht hat, sondern, was das Beste für das Pferd ist.

Jedes Pferd ist anders und braucht individuelle Trainingsinhalte um gesund und lange einen Reiter tragen zu können. Die Aufgabe eines guten Reitlehrers ist es also nicht nur den Reitschüler zu fördern sondern auch sein Pferd.

Präsenz erkennt man von der ersten Stunde an

Präsenz erkennt man darin, das der Reitlehrer vor der allerersten Reitstunde mit ihm nach Vorwissen fragt und sich erkundigt was das Lernziel ist.

Beide Dinge sind wichtig um genügend Einfühlungsvermögen zu haben und die Unterrichtsstunde den Bedürfnissen entsprechend anzupassen.

Rückfragen durch den Reitlehrer sind wichtig und führen zur Selbständigkeit

An Rückfragen erkennt man einen Reitlehrer der seine Reitschüler selbstständig machen möchte.

Fragen wie “Wie waren nochmal die Hilfen für den Galopp?” oder einfach vorangegangenes Wissen noch einmal kurz abzufragen zeichnen einen Reitlehrer aus der einem beibringt zu denken und selbstständig zu reiten.

Manchmal muss man Geduld für Umwege haben

Alternative Vorgehensweisen sind wichtig, denn oft führt der eine Weg nicht zum Ziel und man muss einen Umweg gehen. Ein guter Reitlehrer zieht jetzt seine Register und kann mit fachlicher Kompetenz punkten.

Einleuchtendes Erklären ist eine hervorragende Eigenschaft, denn allzu oft hat man in der Pferdewelt mit komplexen Sachverhalten zu tun. Sei es im Bereich Psychologie oder Körperbau. Jemand der komplexe Dinge gut erklären kann ist Gold wert.

Iris Sorge